Bergauf und Bergab

Bergauf und Bergab

Fotos: Corinna Eichberger-Renneisen, Text: Petra Neumaier

 

Zugegeben: Mit den Alpen können sich die Berge im Landkreis nicht messen, und schon gar nicht mit den Anden oder dem Himalaya. Aber wie schon Kabarettist Helmut Schleich in seiner BR-Kolumne sagt: „Alles nur eine Frage der Perspektive.“ Und so von Meereshöhe-Perspektive aus betrachtet, haben wir im Landkreis Fürstenfeldbruck ganz beachtliche Berge. Über 600 Meter geht es hinaus, wobei die Angaben von Wikipedia, Gemeinden und einer topografischen Karte stets ein wenig variieren. Mal ist der Berg kleiner, mal größer. Egal. Unbestritten ist, dass es hier Berge gibt, die zum Teil sogar Namen tragen. Und ein jährliches Almfest (Grafrath), ein Bergfestival (Türkenfeld), eine Hütte zum Einkehren (Angerhof bei Biburg) und nicht zu vergessen den Rodelberg in Fürstenfeldbruck und das Skiresort in Landsberied! Es gibt Orte wie Frauenberg, Stefansberg, Althegnenberg, Brandenberg – und Kaiserschmarrn & Co. können unsere Wirte sowieso. Jedenfalls: Wer im Landkreis mit dem Bio-Rad (also OHNE E-Antrieb) unterwegs ist, der kommt auch ohne vierstellige Höhenmeter ganz schön aus der Puste. Und Wanderer? Für die sind die Brucker Berge ein Traum! Einsam und knieschonend – und mit freier Sicht auf Bergpanoramas, die von Berchtesgaden bis Lindau reichen und die bei Föhn zum Greifen nah scheinen: Ist ja alles nur eine Frage der Perspektive.

 

WICHTIG!

• Wenn schon Anfahrt mit dem Pkw, dann so parken, dass Anwohner und die Natur nicht gestört werden!

• KEINEN Verpackungsmüll beim Wandern „verlieren“!

• Hunde an die Leine!

 

1 Bergrücken („Schönwald“) nördlich von Kottgeisering

632 m – laut topografischer Karte und damit eigentlich der höchste Punkt im Landkreis! Das ist aber noch nicht alles. Denn er liegt inmitten des Naturwaldreservates Schönwald - einem herrlichen Waldmeister-Buchenwald, der sich weitgehend in einem naturnahen Zustand befindet. Davon gibt es in Bayern nur 159! Im Herbst leuchtet er besonders schön und an seinem Rand gibt es ein herrliches Alpenpanorama zu sehen.

Lage: Nord-Nord-Westlich von Kottgeisering

Anfahrt: Nach dem Wertstoffhof (Jesenwanger Straße) ca. 1 km, Waldparkplatz

ÖPNV: Buslinie 805 / 826 oder Ruftaxi „Kriegerdenkmal“ und ortsauswärts auf der Dorfstraße Richtung Wald.

Rund-Wandertipp: Rund um den Schönwald und einmal mittendurch.

 

2 Steingassenberg, Türkenfeld (ca. 624 m oder mehr!)

Dieser Berg ist offiziell die höchste Erhebung im Landkreis, die auch schon mal mit 655 Metern im Internet angegeben wird. Die Gemeinde misst 624 Meter, Wikipedia 625 Meter, auf der topografischen Karte sind es 632 Meter. Egal. Jedenfalls hat man von hier oben einen wunderschönen Blick über Türkenfeld und in die Ferne, und zu Füßen viele Wanderwege!

Lage: Nord-Nord-Westlich von Türkenfeld

Anfahrt: Hohenzoller Straße

ÖPNV: S4, Buslinie 807 „Drexlhof/Maibaum“ oder Ruftaxi

Rund-Wandertipp Kurz: einmal rund um die Bergkuppe oder durch den Wald,

Rund-Wandertipp Lang: durch den Wald und entlang der Geltendorfer Straße zurück nach Türkenfeld.

 

3 Gollenberg, Türkenfeld (ca. 613 m)

Der Gollenberg heißt nicht so, weil hier sich angeblich mal ein „Galgen“ befand. „Goller“ bedeutet „rund“ und das ist der Berg auch. Zudem bietet er einen fantastischen Panoramablick über das Ampermoos, die Wiesen, Weiden und die Alpenkette. Ruhebänke und eine Panorama-Karte gibt es auch.

Lage: am Ortsrand von Türkenfeld

Anfahrt: Gollenbergstraße – bitte weiträumig parken, hier ist ein Wohngebiet!

ÖPNV: S4, Buslinie 807 „Beuer Straße“ oder Ruftaxi

Rund-Wandertipp: zum Beispiel nach Zankenhausen und über den Aussichtspunkt „Schöneberg“ (602 Meter) – mit Blick über den Ammersee, Kloster Andechs und das Alpenvorland – und zurück.

Wer mehr will: Weiter hinauf auf den Zigeunerberg (627 m).

 

4 Berg ohne Namen bei Dünzelbach (611 m)

Schon im Landkreis Landsberg am Lech gelegen, aber Start ist in Dünzelbach (570 m) beim Omnibus Neumeyr (bitte hier NICHT parken). Herrliche Wege führen in und durch den Wald und auf über 600 m hinauf. Manche enden auch in einer Sackgasse, also GPS nicht vergessen.

Lage: Westlich von Dünzelbach

Anfahrt: Dünzelbach

ÖPNV: Buslinien 823 / 826 / 828 „Dünzelbach Kirche“ oder Ruftaxi

Rund-Wandertipp: 2,5 Std durch den Wald hin zur Ludwig-Thoma-Eiche (die sich erfolgreich versteckt) und zurück am Waldrand mit herrlichem Fernblick.

 

5 Germannsberg, Alling (603-608 m)

Wenn die Angaben stimmen, dann ist dieser Weiler mit dem herrlichen Blick auf die Alpenkette der höchstgelegene Ort im Landkreis. Seinen Namen hat er der Witwe Kepahil zu verdanken, die 769 eine Kirche errichten ließ: die „Germania in monte“! Die Kirche ist weg, der Germannsberg ist noch da. Mitsamt 31 Bewohnern.

Lage: Westlich von Alling

Anfahrt: von Biburg oder Alling kommend – beide Wege führen in den Ort.

ÖPNV: Buslinie 852 „Germannsberg“ oder Ruftaxi.

Rund-Wandertipp: Östlich durch den Wald und zu einer noch etwas höheren Erhebung (616 m) und über den Weiler Gagers zurück. Oder westlich zum Angerhof und über Biburg zurück.

 

6 Münchner Berg (583 m)

Der kleinste der hier aufgeführten Berge, aber einer mit viel Geschichte. Erforscht ist hier jede einzelne Gesteinsschicht (nachzulesen unter (www.altwegeffb.home.blog/2021/07/12/munchner-berg-bei-bruck/). An seiner Flanke befindet sich das Geophysikalische Observatorium. Wenn es im Umkreis irgendwo bebt: Hier wird es aufgezeichnet. Spazierengehen und sogar Trimm-Dich-Sporteln lässt es sich auf diesem Hügel, pardon, Berg, auch vortrefflich!

Lage: Südlich von Fürstenfeldbruck

Anfahrt: B2, Parkplatz Trimm-Dich-Pfad

ÖPNV: S4, alle Buslinien zum Bahnhof

Rund-Wandertipp: Richtung Gelbenholzen, Engelsberg (565 m) und zurück vorbei am Weiherhaus.

 

7 Filzberg, Landsberied (580 m)

Ja, es gibt längere Pisten, aber im weiten Umkreis keine, auf denen Anfänger so gut und günstig auf zwei schmalen Brettern gen Tal rutschen können, wie hier. Wenn’s ausreichend geschneit hat. Auch ohne Schnee lohnt sich ein Ausflug auf den Berg, denn die Lage und die umliegenden Wälder haben eine außergewöhnliche Stimmung.

Lage: südlich von Landsberied und nördlich von Schöngeising

Anfahrt: auf der Verbindungsstraße

ÖPNV: S4 Schöngeising; Busline 822 (Landsberied, Babenrieder Straße)

Rund-Wandertipp: durch den Rothschwaiger Forst oder Richtung Grafrath

 

8 Amper-Leite (602 m)

So oft kann man an der Amper nicht wandern, dass es mal langweilig wird. Und zwischen Fürstenfeldbruck und Schöngeising kann man auch mal ein bisschen höher hinauf. Oben entlang über die Amper-Leite ist es ebenfalls wunderschön. Und schattig!

Lage: Rechts der Amper (flussabwärts) und durch den langgestreckten Wald

Anfahrt: Kloster Fürstenfeld (parken) und hinauflaufen auf den Engelsberg

ÖPNV: S4, Buslinien 816 / 822

Rund-Wandertipp: über die Leite nach Schöngeising und an der Amper zurück

 

9 Emmeringer Leite – Gratwanderung (567 m)

In Wikipedia wird sie als „langegestreckter, bewaldeter Höhenzug“ beschrieben (Leite bedeutet übrigens: Bergabhang, da haben wir also wieder den Berg!). Schnurgeradeaus führt der Weg durch den Wald, wenn man erst mal die Endmoräne aus der Mindeleiszeit erklommen hat. Die ist kurz, aber sehr steil.

Lage: zwischen Eichenau und Fürstenfeldbruck

Anfahrt: entweder Eichenau (Roggensteiner Allee) – oder Fürstenfeldbruck (Rodelbahnstraße)

ÖPNV: S4 Eichenau, Buslinie 861, S4 Fürstenfeldbruck, alle Buslinien zum Bahnhof

Rund-Wandertipp: oben hin und unten über den Heuweg zurück.

 

Der niedrigste Punkt des Landkreises liegt übrigens mit 493 Metern im Ampertal bei Geiselbullach!

Hüter der verlorenen Schätze

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So eine „L’Heckerei“

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