Mein Schreibtisch
FOTOS Simon Katzer · TEXT Petra Neumaier
Norbert Riepl ist ein „Aborigine“. So bezeichnet sich der Bürgermeister von Oberschweinbach selbst und darauf ist er auch sehr stolz. Geboren ist er hier und geblieben. Und natürlich kennt der hauptberufliche Banker die Gemeinde wie seine Westentasche. Zusammen mit den dazugehörenden Dörfern Günzlhofen und Spielberg zählt der Ort 1700 Einwohner, die der 60-jährige Bürgermeister in zweiter Amtsperiode eigentlich „seine Untertanen“ nennen könnte. Schließlich darf er hoch oben auf dem Hügel in dem schönen Schlösschen Spielberg residieren. Mit romantischem Ensemble drum herum. Beneidenswert!
DIE GLOCKE
In der Schublade verwahrt Norbert Riepl ein kleines, goldenes Glöckchen. „Die Bürgermeisterglocke“, sagt er und ist stolz, sie noch nie gebraucht zu haben, um in Sitzungen die Mitglieder zu ermahnen.
DAS KLOSTER
„Es war einmal“: An das Kloster Spielberg erinnert eine Schwarz-Weiß-Fotografie. 1999, nach dem Auszug der letzten Franziskanerinnen, wurde es verkauft und ein Teil davon, das „Marienhaus“, abgerissen. Hier steht jetzt ein Seniorenheim.
DIE PFLANZE
Etwas kümmerlich ist der Drachenbaum auf der Fensterbank mit Blick zum Klostergarten. „Seit fünf Jahren versuchen wir die Pflanze wiederzubeleben“, sagt Norbert Riepl, der sie trotzdem nicht aufgeben will.
DER STIFT
In Gebrauch ist der schöne Holz-Kugelschreiber, den sein Schwager, ein Schreiner, gedrechselt hat. „Ein Erstlingswerk“, das der Bürgermeister nur für wichtige Unterschriften einsetzt.
DIE CHRONIK
Auf die Häuserchronik ist Norbert Riepl besonders stolz. So schwer wie ein Goldbarren ist sie und ideell mindestens genauso viel wert. „Aus den Händen wurde sie uns gerissen“, sagt der Bürgermeister – und kündigt ein neues Heimatbuch an.