„Knusper, knusper Knäuschen …

„Knusper, knusper Knäuschen …

FOTO: Corinna Eichberger-Renneisen · TEXT Ricarda Traub

Zwar gibt es in Egenhofen weder Hänsel noch Gretel, geschweige denn eine böse Hexe, dafür aber das „Knusperhäusl“ in der Nelkenstraße, dessen Name an das Grimm’sche Märchen angelehnt ist. An Sonn- und Feiertagen lockt es zwischen 8 und 10.30 Uhr auch den ein oder anderen Langschläfer aus dem Bett. Denn seit 14 Jahren versorgt hier Monika Bittner die Dorfbewohner mit frischen Brezen, knusprigen Semmeln und süßem Gebäck. Das Besondere: der Verkaufsraum ist ein umgebauter und liebevoll hergerichteter Erdbeerstand.

 

„Angefangen hat alles mit einer kleinen Spinnerei“, erinnert sich die 72-Jährige lachend.  Nach einem Brand bei der damals ortsansässigen Bäckerin beschloss jene, den Sonn- und Feiertagsverkauf einzustellen. „Du könntest das doch übernehmen!“ schlugen zwei Bekannte vor. Mit ein bisschen Gaudi wurde der Gedanke immer weitergesponnen und schließlich zu einer wirklichen Idee ausgeschmückt. „Die beiden haben mir das so schmackhaft gemacht, dass ich da wirklich Lust darauf hatte“, erklärt die gelernte Hauswirtschafterin.

 

Ihr Neffe schlug dann vor, es einfach mal zu versuchen – vorerst mit dem Verkauf aus einem Erdbeerhäuschen, das er ihr zur Verfügung stellte. „Es war ja zunächst auch ein Risiko, weil ich nicht wusste, wie die Idee im Ort angenommen wird“, erklärt die sympathische Rentnerin, „und so konnte ich einen möglichen finanziellen Verlust eher gering halten.“ Nach den notwendigen Behördengängen und allen eingeholten Genehmigungen eröffnete sie schließlich im Juni 2007 ihr „Knusperhäusl“. „Den ersten Tag werde ich nie vergessen“, sagt sie strahlend, „die Leute standen bis zur Straße raus und haben mein Angebot unglaublich positiv angenommen.“

 

Ihrem Bruder und seiner Familie ist sie sehr dankbar für die Möglichkeit, den Verkauf auf deren privatem Grundstück anbieten zu können. Mittlerweile kommen neben den Stammkunden auch viele Neue aus den umliegenden Gemeinden dazu.  Da kam es auch schon mal vor, dass sie komplett ausverkauft war. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, bestellt also lieber vor. Dass sie an Verkaufstagen um 6 Uhr raus muss, nimmt Monika Bittner gerne in Kauf. „Ich bin meinen treuen Kunden unglaublich dankbar und habe noch nicht einmal den Gedanken gehabt, dass ich eigentlich lieber ausschlafen würde.“

 

Das „Knusperhäusl“ ist mittlerweile eine feste Institution und ein richtiger Treffpunkt, bei dem man auch gerne mal einen Ratsch hält. „Aber nicht zu ausführlich“, lacht Monika Bittner, „sonst wird die Warteschlange zu lang“.

 

 

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